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Zeiten des Wandels

Von verared | 6.September 2018

Q: Vera Bartholomay

Vielleicht hast du in diesem Sommer irgendwann an einem Fluss gesessen und beobachtet, wie ein Stück altes Holz langsam dahin treibt. Dann dreht es sich plötzlich um und fließt mit der anderen Seite nach oben weiter. Was ist geschehen? Irgendwas in der Struktur und Dichte des Holzstücks hat sich so verändert, dass jetzt die andere Seite leichter ist und sich nach oben wendet. Die Kräfteverhältnisse sind neu verteilt. Es würde nicht gelingen, das Holzstück einfach wieder umzudrehen und wie vorher schwimmen zu lassen. Der Weg zurück ist ausgeschlossen.

Auch in unserem Leben ändern sich Strukturen und führen zu Veränderungen, die wir nicht immer beeinflussen können. Manche davon sind gewünscht oder gar herbeigesehnt, andere überraschen uns oder bringen eine Störung oder gar eine Verstörung mit sich. Auch wenn uns die alte Lage besser gefallen haben sollte und so viel vertrauter war, müssen wir jetzt mit der neuen Situation umgehen.

Vielleicht erkennen wir im Rückblick, dass die Veränderung für uns gut war.

Vielleicht war es gar eine richtig tiefe und notwendige Transformation.

Vielleicht war es für uns keine gute Entwicklung und wir müssen dennoch lernen, mit den neuen Gegebenheiten umzugehen.

Vielleicht haben wir noch gar nicht wirklich realisiert, dass eine Veränderung bereits stattgefunden hat, stellen aber fest, dass wir etwas verwirrt oder seltsam dünnhäutig sind. Und fragen uns, was los sein könnte.

 

Wie können wir gut mit Veränderungen umgehen?

Erst einmal ist es wichtig, bewusst wahrzunehmen, dass eine Veränderung überhaupt stattgefunden hat.

Dann sollten wir klären, was nicht mehr für uns sein wird und bewusst davon Abschied nehmen, auch wenn es schmerzt.

Gleichzeitig sollten wir uns aber auch ein erstes Bild davon machen, was stattdessen mit großer Wahrscheinlichkeit in unser Leben kommt.

Dabei ist es auch wichtig, mögliche körperliche Reaktionen ernst zu nehmen und auf die Signale aus unserem Unterbewusstsein zu achten. Gibt es besondere Träume, Gefühle oder Wahrnehmungen?

Wäre es sinnvoll, Menschen zu suchen, die unterstützen können?

Brauchen wir neues Wissen – sozusagen eine neue Landkarte?

Und dann – hoffentlich recht bald – können wir die jetzt notwendigen Schritte vorbereiten und den neuen Weg antreten.

 

Das indianische Lebensrad als Wegbegleiter

Von verared | 29.August 2018

Auch in Europa gab es Steinkreisrituale (Q: Pixabay)

Indianisches Wissen – ist das nicht zu fremd, um wirklich gut für mich zu sein? Was hat es denn eigentlich mit meinem Leben zu tun? Diese Fragen stellst du dir vielleicht, wenn du von einem solchen Thema hörst.

Es klingt erst mal fremd, und natürlich kommt es aus einem ganz anderen Kulturkreis. Aber kaum ein Modell für unser Leben und unsere Entscheidungen ist dichter an einem pragmatischen Alltag als das Lebensrad – auch „indianisches Medizinrad“ genannt. Seit Jahrtausenden benutzen nordamerikanische Indianer dieses Modell für große Entscheidungen und in Krisenzeiten. Dafür haben sie rituelle Orte geschaffen, wo solche „Räder“ als Steinkreise aufgebaut sind. Lange galten diese Riten als Geheimwissen.

Ich benutze dieses Modell sehr gerne, wenn meine Klienten in ihrer Entwicklung nicht wirklich gut weiterkommen. Und auch bei meinen eigenen Problemen, zur Entscheidungsfindung oder wenn ich Klarheit in einem Wust an Argumenten und Umständen brauche.

Eine große Hilfe dabei ist, dass wir in diesem Modell auch über den Körper gehen. Und unser Körper kann uns noch weniger was vormachen als unser Kopf. Und die Schritte auf dem Klärungsweg sind ganz klar vorgegeben, sodass wir nicht die Möglichkeit haben, zwischen den ganzen Argumenten und Tatsachen hin und her zu hüpfen.

Vielleicht stehen große Veränderungen an, hast du ein hartnäckiges Problem oder gar eine belastende Krankheit. Was macht es mit dir? Wo zögerst du? Wo hängst du fest? Wo gehen Kräfte verloren? Welche Gefühle oder Ängste stehen im Weg? Warum fällt eine Entscheidung so schwer?

Die vier Haupt-Lebensbereiche werden zurate gezogen: das Intellekt, der Körper, die Gefühle und die Spiritualität.

Wir stellen uns Fragen nach Vergangenheit und Zukunft, nach der Auswirkung unserer Fragen und Entscheidungen auf die nächsten Generationen.

Und in der Regel verlässt niemand einen Weg durch das Lebensrad, ohne eine klare Entscheidung getroffen zu haben und konkrete Schritte vor sich zu sehen, denn das Lebensrad hat eine transformative Kraft.

Magst du dabei sein?

Für dich selbst oder zur Anwendung in der therapeutischen Arbeit.

Seminar in Berlin-Schöneberg am 27.-28. Oktober 2018

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Kosten: 270 EUR (Frühbucherpreis 250 EUR bis 11.9.18)

Anmeldung und Info:  info@therapeutic-touch-bartholomay.com

 

Zeitlosigkeit

Von verared | 29.Juni 2018

Uhr

Bildquelle: Pixabay

Klingt es verlockend? Eine Weile so richtig zeitlos leben können….

Die wenigsten von uns gönnen sich das regelmäßig. Oft noch nicht mal im Urlaub. Und so ganz einfach ist es auch nicht. Je nach Freizeit-oder Urlaubsgestaltung sind dort viele zeit-getaktete Aktivitäten eingeplant. Und wir sind auch in den vermeintlich freien Zeiten noch lange von einem getakteten Alltag geprägt. Vielleicht merkst du erst, wenn eine Wanduhr stehen geblieben ist oder du dein Handy ausgeschaltet hast, wie oft du am Tag da hingeschaut hast, wie oft du dich innerlich in ein Zeitsystem einordnen wolltest, obwohl es vielleicht an dem Tag gar nicht notwendig war.

Meine erholsamsten Tage sind die wirklich zeitlosen. Tage, an denen nichts geschehen muss. Ich kann Bücher lesen, spazieren gehen, in den Himmel schauen, reden, schweigen…. Nur das, wonach mir gerade zumute ist.

Irgendwann einfach vergessen, welcher Wochentag heute ist. Nur am Licht erkennen, ob der Tag noch viele Stunden bereithält. Vergessen, dass da draußen ein Weltgeschehen stattfindet. Dass irgendetwas noch wichtig sein könnte.

Eine kleine Oase der Zeitlosigkeit.

 

Brennt dein Feuer?

Von verared | 2.Juni 2018

Feuer brennt

Q: Pixabay

Das Feuer hat auch im Sommer eine magische Anziehungskraft – ob es die Grillstelle im Garten ist oder das Lagerfeuer am Strand.

Hast du dir eigentlich schon mal Gedanken gemacht, wie man ein Feuer aufbaut?

Innen muss Papier oder leichtbrennbare kleine Zweige oder Baumrinde sein, dann kommen die ganz kleinen Holzstücke, die leicht Feuer fangen und erst außen die wirklich großen. Und dazwischen immer wieder ganz viel Platz und Luft. Ohne diese Zwischenräume kann das Feuer nicht stark werden, nicht für lange Zeit brennen.

Die Pausen in unserem Alltag sind solche Zwischenräume. Wenn du sie dir nicht nimmst, wird dein Feuer schnell erlöschen. Wenn du dein Feuer nicht gut vorbereitet hast – die kleinen Dinge, die schnell Feuer fangen, nach innen – die großen Dinge, die dauerhaft brennen können, nach außen – wird dein Feuer nicht lange andauern.

Wo befindest du dich gerade im Aufbau deiner Feuerstelle?

Sammelst du Kleinholz?

Hast du schon große Holzscheite gehackt und gespalten?

Hast du auch an die Zwischenräume gedacht?

Was sollen die Flammen für dich bewirken?

Trinkt blau

Von verared | 27.April 2018

Bildquelle: Vera Bartholomay

 

trinkt blau

trinkt nicht kummer!

schreibt Kurt Marti in einem seiner Gedichte.

Wie sehr steht das jetzt an nach diesem wirklich grauen Winter. Wir sind ja regelrecht ausgehungert nach einem klaren, strahlenden Himmel.

Aber der blaue Himmel nährt nicht nur durch die Helligkeit. Was ist es an diesem Blau, das uns so sehr in eine andere Dimension hineinzieht – ja, ich behaupte sogar, das die Fähigkeit hat, unsere Seelen ein Stück weit zu öffnen und Flügel zu verleihen?

Zu meinen wichtigsten Plänen für die kommenden Monate gehört auf jeden Fall das „blau trinken“ und mich dann überraschen lassen, was sich alles öffnet und zeigt. Für dich vielleicht auch?

Ein Engel ist an meinem Fenster erschienen

Von verared | 1.April 2018

Erscheinen Engel noch?

Bild von Vera Bartholomay

„Oh je, jetzt ist sie durchgedreht“, denken manche von euch vielleicht.

Engel erscheinen ja heutzutage nicht einfach so. (Warum eigentlich nicht? Und warum früher?)

An meinem Küchenfenster hängt ein Engel aus einem Stück Treibholz gestaltet – mit verrosteten Flügeln aus altem Eisen. Ich liebe diese Figur. So schlicht, so verbraucht, gebraucht, so irdisch.

Eines Tages erschienen weiße Spuren an der Glasscheibe. Ist ein Vogel dagegen gestoßen oder wie können so große Spuren in dieser seltsamen Form entstehen? Denn die Form war eindeutig flügelähnlich und befand sich direkt neben dem Holzengel.

Ich gebe es zu, ich hab schon überlegt, ob es ein Zeichen ist? Aber ein Zeichen wofür?

Geschah es rein zufällig in der Zeit, in der ich das neue Seminar vorbereitete – mit dem Titel „Heilige Räume“?

Seminartermine „Heilige Räume als Heilräume“: Saarbrücken (14.-15. April), Berlin (5.-6. Mai), Sursee/Schweiz (1.-2. September), nochmals in Saarbrücken (22.-23. September) und München (10.-11. November). Mehr Info: http://therapeutic-touch-bartholomay.com/blog/2018/01/04/heilige-raeume-als-heilraeume-seminar-fuer-fortgeschrittene/

 

Trägst du einen Traum in deinem Herzen?

Von verared | 1.April 2018

Bild von Vera Bartholomay

Von etwas, das dein Leben verändern könnte? Eine andere Art zu arbeiten und zu leben? Willst du als TT-Practitioner eine körpertherapeutische Praxis aufmachen oder geht es dir um ein ganz anderes Projekt?

Vielleicht wagst du aber nicht den entscheidenden ersten Schritt oder deine Sehnsucht ist noch von dichtem Nebel umgeben, sodass du gar nicht weißt, wie der erste Schritt aussehen könnte? Bist du voller Zweifel, ob deine Fähigkeiten genügen und du andere Menschen wirklich für dein Projekt begeistern kannst? Vielleicht hättest du gerne auch eine stärkende Gemeinschaft als Rückendeckung für deinen neuen Weg?

Dann könnte dieses Seminar etwas für dich sein.

Schritt für Schritt gehen wir klärende Fragen durch, damit dein Traum immer mehr konkrete Gestalt annehmen kann, schauen uns dabei auch Stolperfallen, innere und äußere Bremsen an und bereiten einen fruchtbaren Boden vor mit allem, was deinen Traum nähren könnte. Schwerpunkt sind die inneren Entwicklungsschritte – aber immer verbunden mit klar definierten äußeren Aktivitäten.

Gibst du deinem Traum eine greifbare Chance?

Dieses Seminar ist kein körpertherapeutisches Seminar und deshalb auch offen für Menschen ohne Erfahrung mit energetischen Behandlungen. Körperliche Spürübungen und stärkende Berührungen werden aber ein Teil sein.

Begrenzte Teilnehmerzahl.

Kosten: 290 EUR (Frühbucherpreis 270 EUR bei Anmeldung bis 2 Monate vor Beginn)

Termin: Saarbrücken: 8.-9. September 2018

Weitere Termine in München, Berlin und der Schweiz folgen. Gern trage ich dich jetzt schon auf die Interessentenliste ein.

Anmeldung per Mail an: info@therapeutic-touch-bartholomay.com

Busy? – ein Buchtipp

Von verared | 3.März 2018

 

Hast du viel um die Ohren?

Also, ich schon! An manchen Tagen staune ich über mich selbst, was alles auf meinem Plan steht und was ich tatsächlich auch alles schaffe. Vieles davon ist wichtig und richtig und genau so, wie ich es haben will. Aber es gibt immer wieder eine magische Grenze, wo entscheidende Dinge links liegen gelassen werden, weil ich so beschäftigt bin.

Früher habe ich gelegentlich Bücher über Zeitmanagement gelesen und versucht, meine Abläufe zu optimieren. Mittlerweile denke ich, es geht nicht darum, noch mehr in eine noch kürzere Zeit hinein zu packen, sondern eher darum, das Wesentliche herauszufiltern, um Zeit zu haben für das, worauf es für mich ankommt.

In „BusyBusy – Stresse dich nicht, lebe!“ vom Arbeits- und Organisationspsychologen Tony Crabbe habe ich einige wertvolle Erkenntnisse gewonnen.

Beispielsweise, dass das BusySein uns in Versuchungen bringt, weil es uns erlaubt, schwierige Arbeit zu vermeiden, indem wir so beschäftigt sind, dass wir uns nicht wirklich um die entscheidenden anstehenden Aufgaben kümmern können. Wir drücken uns gerne vor komplexen Aufgaben, und das geht sehr gut, indem wir uns in Klein-Klein-Aktivitäten verlieren.

Die Neurowissenschaft zeigt uns mittlerweile, dass schon die Suche in Google kokainähnliche Botenstoffe wie Dopamin in unseren Gehirnen auslösen kann, dass das Herumhüpfen in Social Media und in unseren Mailboxen und Nachrichtensystemen schnell süchtig machen kann, weil es unser Gehirn immer wieder kleine Belohnungen gibt. Und wer kennt nicht den schnellen Griff zum Handy, sobald es einen kleinen Leerlauf gibt, statt gelegentlich auch einfach nur mal aus dem Fenster zu schauen, die Umgebung intensiver wahrzunehmen oder gar zu spüren, wie es einem gerade geht.

Es geht in diesem Buch auch um die Bedeutung der Langeweile. Was wir durch Multitasking alles verlieren. Wie wir unsere Gefühle und Stimmungen positiv beeinflussen können. Dass wir unglücklich werden, wenn wir unsere engen Beziehungen nicht mehr gut genug pflegen. Wie wir unsere wirklichen Werte besser erkennen und unser Leben danach richten können. Wie wir es schaffen können, das BusySein sein immer öfter abzustellen und gute Veränderungen im Alltag zu etablieren. Und dass es durchaus sinnvoll ist, sich häufiger im Laufe eines normalen Tages zu fragen „Was mache ich hier eigentlich gerade? Ist das wirklich wichtig?“

Tony Crabbe: „BusyBusy – Stresse dich nicht, lebe!“, Campus Verlag, 2017, 19,95 EUR

 

Dieser Beitrag ist Teil 38 von 38 der Serie Buch- und Filmempfehlungen

Wie leise sind die wirklichen Wunder

Von verared | 2.März 2018

Bildquelle: Vera Bartholomay

“Zwei, die für einige Zeit Ruhe gefunden hatten, eine Ruhe, die nicht, wie so oft, mit Verlassenheit zu tun hatte, sondern mit Geborgenheit. In der Früh beim Kaffeetrinken, das Kind krabbelte am Boden, Margot saß am Tisch und hielt die Windeln des Kindes durch ständiges Stopfen am Leben, neue waren nicht zu bekommen, ein weiteres Zeichen dieser Glanzzeit. Ich lehnte am Fenster, wir redeten über Allfälliges. Mehr passierte nicht. Und ich weiß, es sind schon ereignisreichere Geschichten von der Liebe erzählt worden, und doch bestehe ich darauf, dass meine Geschichte eine der schönsten ist. Nimm es oder lass es.“

Arno Geiger hat in dem eindrucksvollen Roman „Unter der Drachenwand“ den Alltag im 2. Weltkrieg beschrieben wie kaum einer. Vielleicht auch gerade, weil die Fragilität in dieser dramatischen Zeit so präsent ist.

Denn – wie Antoine de Saint Exupéry es sagt…“Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder! Wie einfach sind die wesentlichen Ereignisse!“

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die in der Fastenzeit auf etwas verzichten oder etwas mit besonderer Aufmerksamkeit machen wollen. Für mich ist es dieses Jahr der Wunsch, intensiver die kleinen Wunder und tiefen Zufriedenheitsmomente wahrzunehmen. Gerade die ganz alltäglichen, die wir oft erst bemerken, wenn sie eines Tages nicht mehr da sind. Der blaue Himmel, Zeit mit nahestehenden Menschen, eine erholsame Nacht im Tiefschlaf, das wiedergefundene Wort….

 

 

 

Dieser Beitrag ist Teil 37 von 38 der Serie Buch- und Filmempfehlungen

So wie du bist – Der buddhistische Weg zur Selbstannahme – Buchtipp

Von verared | 24.Februar 2018

Wie viel Energie wenden wir im Laufe eines Lebens an, um uns zu verbessern, vermeintlich schlechte Eigenschaften abzulegen, bewusster und effektiver zu werden. Vielleicht gar um bessere Menschen zu werden? Weiterlesen »

Dieser Beitrag ist Teil 36 von 38 der Serie Buch- und Filmempfehlungen
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