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Mensch. Sein.

Von Vera Bartholomay | 17.März 2016

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Züricher Hauptbahnhof. Menschenmengen, die an diesem Sonntagabend schnell nach Hause wollen, weg wollen, überhaupt irgendetwas wollen.

Sie fällt mir auf. Ein Kinderkörper in Frauengestalt. So schlank, dass sie an der Grenze zu mager ist. Eine Zartheit, die auf seltsamer Weise eher das Verschwinden eines Körpers signalisiert. Dabei ist sie paradoxerweise sehr zurechtgemacht und setzt auf die Wirkung ihres Aussehens. Dunkelhäutig. Perücke mit langen, blonden Haaren. Überraschenderweise wirkt es nicht billig. Eher wie eine gelungene Verkleidung. Vielleicht soll es das auch sein.

Getroffen haben mich ihre Augen. Tot. Nicht leer wie bei Drogensüchtigen. Sondern tot. Als hätte ihre Seele sich in die hinterste Ecke ihres Körpers verkrochen.

Was haben sie ihr angetan? Was muss man getan haben, um eine Seele so zu verletzen? Welchen Preis hat sie für dieses Leben gezahlt?

Es gibt Begegnungen, die man nie wieder vergisst. Diese könnte eine solche sein.

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