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Ich beende den Krieg

Von Vera Bartholomay | 29.November 2016

Krieg beenden

Ich beende den Krieg.

Das ist mein persönlicher Entschluss und meine Reaktion auf die vielen Kriege, von denen wir müde geworden sind, und auf die bevorstehenden, die die Welt offenbar nicht lassen kann. Und auf die vielen ganz persönlichen Kriege zwischen einzelnen Menschen. Auch meine eigenen, denn auch ich habe meine Schlachtfelder. Ich bin nicht stolz darauf. Denn ich stehe nicht drüber.

Es gibt Menschen, die mich ganz kirre machen, die mich tief verletzen und kränken, die mich im Stich lassen und Probleme bereiten. Manchmal gedankenlos und ganz zufällig nebenbei. Manchmal aber auch sehr gezielt und gewollt. Und ich lasse mich in den Krieg ziehen. Nicht immer äußerlich sichtbar. Mein Schwert bleibt stecken. Ich bemühe mich, keine verbalen Gegenangriffe zu veranstalten. Mich nicht auf die gleiche Kommunikationsebene zu begeben. Ich verletze nicht im Gegenzug, auch wenn ich ganz genau wüsste, wie mir das gelingen würde. Ach, was könnte ich alles sagen…

Aber in meinem Inneren tobt der Krieg. Ich verbringe Stunden damit, in meiner Vorstellung mit den betreffenden Menschen auf dem Schlachtfeld zu sein. Ich fordere Gerechtigkeit, Reue, Wiedergutmachung und Wertschätzung. Meist von Menschen, die keine Vorstellung haben, was ich damit meine.

Danach geht es mir selten besser. Meist eher schlechter. Es zieht meine Kraft weg und es fällt mir ganz leicht, mich dabei gleich auch noch über ganz andere Dinge aufzuregen.

Natürlich ist es ganz menschlich. Das machen wir ja alle. Aber irgendetwas muss sich ändern.

Und ich versuche es jetzt damit,  meine persönlichen Kriege zu beenden.

Was bedeutet das konkret?

Es bedeutet NICHT, dass ich vergessen werde, was geschehen ist. Es bedeutet NICHT, dass ich dem zustimme oder für gut befinde. Es bedeutet auch NICHT, dass ich in Zukunft nicht alles tun werde, was in meiner Macht steht, um zu vermeiden, dass es wieder vorkommt.

Aber ich werde versuchen, meine aktuellen Schlachtfelder zu befrieden. Zu akzeptieren, dass es so ist, wie es ist, dass wir uns wahrscheinlich mit unseren gegensätzlichen Meinungen in einer Sackgasse befinden, dass wir uns nicht verständigen und den Konflikt klären können, dass die Kämpfe aber wahrscheinlich nirgendwo hinführen werden.

Ich gebe den verbalen Schlachten in meinem Kopf und in meinem Herzen keine Nahrung mehr. Und dann schaue ich, wohin das führt. Ob sich dadurch irgendetwas verändert. Vielleicht nur für mich? Vielleicht auch für andere?

Welche Kriege führst DU gerade? Gegen wen? Wie fühlt es sich für dich an, sie zu beenden? Was müsstest du konkret dafür tun? Wie könntest du vermeiden, dass dein Versuch scheitert?

 

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Topics: Glück, Lebensfragen | 4 Kommentare »

4 Kommentare to “Ich beende den Krieg”

  1. Bettina Ramm meint:
    29.November 2016 at 13:29

    Liebe Frau Bartholomay,
    was für ein wunderbarer Vorsatz für 2017! Ich fühle genau, was Sie meinen, diese ganzen Klein-Klein Kriege, die uns im Alltag unsere Kraft rauben und die aber zu nix führen. Der erste Schritt ist wohl, ein wenig Abstand zu nehmen und das überhaupt wahrzunehmen, was das mit uns macht. Mit uns und unserer Umwelt.
    Und genau: Oft wissen die Menschen gar nicht, was wir meinen, wenn wir nach Wertschätzung und Respekt fragen.
    Annehmen und Loslassen. Sich selbst zuliebe.
    Ich mache mit!
    Liebe Grüße, Bettina Ramm

  2. Vera Bartholomay meint:
    3.Januar 2017 at 10:39

    Liebe Frau Ramm, durch einen technischen Fehler habe ich Ihre Nachricht heute erst gesehen. Danke für Ihre Rückmeldung! Liebe Grüße, Vera Bartholomay

  3. Gabriele Sieglinde Paulsen(Geburtsname) meint:
    12.Dezember 2016 at 10:42

    Schön dich hier auf fb gefunden zu haben. Ich würde gerne die Ausbildung therapeutic-touch machen, kannst du mir bitte Infos zukommen lassen.
    Liebe Grüße aus Nienburg/Weser
    Gabi

  4. Anne meint:
    2.Januar 2017 at 11:55

    Liebe Vera,
    wie sehr ich mich in diesem Blogbeitrag wiederfinde! Auch in mir tobt bisweilen der Krieg und ich kämpfe gegen das Leben, so wie es sich mir zeigt.
    Der Anspruch, dass ich mit den Menschen aus meinem Leben in Harmonie leben muss, obwohl sie mich so oft gar nicht verstehen und mit denen ich mich auf völlig unterschiedlichen Umlaufbahnen befinde.
    Mein Vater, der mich misshandelt hat, und von dem ich (mein IK) mir innerlich noch immer wünsche, dass er mich sieht. Überhaupt mein Verhältnis zu Männern und meine Wut und Verletztheit. Um diese Kriege zu beenden, mache ich Heilmeditationen mit der violetten Flamme und EE Michael. Um aus der Selbstverurteilung herauszukommen, mache ich Übungen in Selbstliebe und Selbstannahme.
    Auch die Wut anschauen und rauszulassen ist ein gutes Mittel. Scham- und Schuldgefühle ebenso. Und ich spreche laut meine Entscheidung aus, dass ich jetzt willens und bereit bin, neue Erfahrungen zu machen.
    Es ist wichtig zu spüren, was jetzt gerade dran ist. Nicht immer hilft jede Übung in jedem Moment.

    Danke, dass ich das heute lesen durfte, damit ich erkennen kann, dass ich nicht allein bin mit meinen inneren Kriegen :o)Auch das hilft und heilt! Weil es uns menschlich macht, wenn wir uns zeigen, mit dem was in uns ist und weil es zutiefst berührt. Aho!

    Herzlichst,
    Anne

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