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Gnade

Von verared | 16.November 2018

Ein so großes und mächtiges Wort. Vielleicht auch etwas aus der Zeit gefallen, denn wer spricht denn heute noch von Gnade, wenn man sich nicht gerade in kirchlichen Bereichen bewegt?

Und dennoch gibt es sie – diese Momente der Gnade ­ auch mitten im Alltag. Für mich ist Gnade etwas, was mir zu Teil wird, ohne dass ich etwas dafür tun muss. Sie hat eine größere und weitere Dimension als nur die kleinen, glücklichen Zufälle, die uns widerfahren – obwohl diese gelegentlich auch voller Gnade sein können.

„Gnade ist, wenn eine göttliche Kraft für einen Augenblick die irdischen Gesetze aufhebt.“ So hat es eine ältere Nonne mal formuliert.

Eine Rettung in großer Not.

Das nicht planbare Zusammentreffen vieler Faktoren, die vollkommen unmöglich Erscheinendes auf einmal möglich macht.

Wege, die sich unerwartet öffnen.

Neue Erkenntnisse, die unvermittelt geschenkt werden, und die alles ändern.

Wenn nach langen Zeiten des Grolls und der Vorwürfe Vergebung aus ganzem Herzen möglich wird.

Wenn Heilung – auf welchen Ebenen auch immer – geschehen darf.

 

Der Theologe Paul Tillich sagte in einer Predigt über Gnade:

 „Sie trifft uns, wenn wir in großer Qual und Unruhe sind… (…) Zuweilen bricht in einem solchen Augenblick eine Welle von Licht in unsere Finsternis ein, und es ist, als ob eine Stimme sagt: Du bist dennoch bejaht. Dennoch bejaht, bejaht durch das, was größer ist als du und dessen Namen du nicht kennst. Frage jetzt nicht nach diesem Namen, vielleicht wirst du ihn später finden. Nimm nur dies an: Du bist bejaht.“

 

Was ist Gnade für dich?

Wann hast du so etwas wie Gnade erfahren?

(Die Kommentarfunktion hier im Blog ist leider vorübergehend deaktiviert, aber ich lese eure Gedanken gerne in Mails an  info@therapeutic-touch-bartholomay.com.

Bildquelle: Pixabay

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